Je sorgfältiger die Planung des Umbaus oder der Renovation Ihres Hauses, desto besser wird das Resultat ausfallen. Je nach Umfang der Arbeiten lohnt sich deshalb auch der Beizug von Planungsprofis.
Ob Sie für die Planung Ihres Umbaus oder Ihrer Renovation Profis beiziehen sollten, hängt in erster Linie vom Umfang Ihres Vorhabens ab. Je nachdem, wie lange die Erstellung oder die letzte gründliche Renovation des Gebäudes zurückliegt, fallen unterschiedlich aufwändige Arbeiten an. Im einfachsten Fall genügt eine oberflächliche Auffrischung, auch Pinselrenovation genannt. Dazu benötigen Sie in der Regel keine Architektin für Planung und Koordination. Werden alte Bauteile durch neue ersetzt – beispielsweise der Teppichboden oder die Küchenkombination –, genügt es meist, die einzelnen Aufträge direkt an die Handwerksunternehmen zu vergeben. Diese übernehmen dann auch die Planung der Arbeiten.
Auch etwas aufwändigere Renovations- und Umbauarbeiten – beispielsweise eine räumliche Veränderung durch Herausbrechen von nicht tragenden Wänden – können Sie noch in eigener Regie planen. Allerdings ist das Überblicken der Termine und der Reihenfolge, in der die beteiligten Handwerker zum Einsatz kommen sollen, für Laien eine Herausforderung. Einfacher geht es, wenn Sie die Handwerksfirma mit dem grössten Arbeitsumfang die Koordination des Baus übernehmen lassen.
Planungsprofis, beispielsweise eine Architektin, beiziehen sollten Sie bei grösseren Umbauprojekten, die auch Veränderungen am Grundriss beinhalten, und bei Anbauten. Als Faustregel gilt: Beträgt die Bausumme 100 000 Franken und mehr oder benötigen Sie eine Baubewilligung (siehe Rechtliches), sollten Sie sich von Profis helfen lassen.
Die Planungs- und Bauprofis
Das Handwerksunternehmen
Der Architekt
Das Bauteam
Darüber hinaus bringt die Zusammenarbeit mit einem Bauteam einen weiteren positiven Effekt mit sich: Die beteiligten Unternehmer kennen sich bereits und sind es gewohnt zusammenzuarbeiten. So entfällt die Problematik der Schnittstellen zwischen den einzelnen Arbeitsgattungen, die Architektin hat weniger Aufwand für die Koordination und die Qualität der Arbeit wird besser. Die verschiedenen Handwerker stehen sich auf dem Bau nicht im Weg und die Arbeiten gehen flüssig voran. Zu finden sind Bauteams über das örtliche Telefonbuch oder auf den Inseratenseiten der grösseren Tageszeitungen.
Der Bauherrenberater
Zum Aufgabenbereich der Bauherrenberater gehört nicht nur die Begleitung des Baus, sondern auch die Unterstützung bei der langfristigen Planung der nötigen Arbeiten. Da ein solcher Berater nur für seine Dienstleistung bezahlt wird und an den Bauarbeiten selbst nichts verdient, ist er Garant dafür, dass keine unnötigen Arbeiten ausgeführt werden. So gesehen kann sich das Beraterhonorar schnell einmal rechnen. Die Stundenansätze liegen bei 180 bis 200 Franken. Zu finden sind Bauherrenberater am einfachsten über die Kammer unabhängiger Bauherrenberater (www.kub.ch).
Der Generalunternehmer
Weitere nützliche Tipps & Hinweise zu den Planungs- und Bauprofis finden Sie im Buch „Umbauen, Renovieren, Erweitern“, Beobachter-Ratgeber.
Unannehmlichkeiten mit einplanen
Lärm, Staub und Dreck
Die Erfahrung aus unzähligen Umbauten zeigt: Verhindern lassen sich Dreck und Lärm nie ganz. Doch wenn Sie sich richtig vorbereiten, können Sie viel Ärger vermeiden und der Bautätigkeit mit einer gewissen Gelassenheit entgegen sehen. Es lohnt sich deshalb, in der Planungsphase nicht nur über Bodenbeläge, Farbtöne und Grundrissveränderungen nachzudenken, sondern auch über den Ablauf der Arbeiten und die damit verbundenen Immissionen. Bei kleineren Umbauten können Sie das Thema mit den Handwerkern direkt diskutieren und abmachen, wer welche Vorkehrungen trifft. Bei grösseren Umbauprojekten ist der Bauleiter der richtige Ansprechpartner.
TIPP
Massnahmen zur Verminderung von Staub und Dreck während des Baus – beispielsweise das Abdecken von Böden und Möbeln oder das Errichten von Staubschutzwänden und -vorhängen – sind arbeitsintensiv. Die Stunden, die die Handwerker dafür aufwenden, können schnell ins Geld gehen. Gerade bei kleineren Renovations- und Umbauprojekten lohnt es sich deshalb, wenn Sie solche Arbeiten in Absprache mit den Handwerkern vorgängig selber durchführen.
Weitere nützliche Hinweise für kleinere und mittelgrosse Renovationsarbeiten sowie bei Totalrenovationen, Umbauten und Erweiterungen finden Sie im Buch „Umbauen, Renovieren, Erweitern“, Beobachter-Ratgeber.
Rücksicht auf die Nachbarn
Auf den ersten Blick scheint dieser Artikel das Verursachen von Lärm und Staub ganz zu untersagen. Doch das Bundesgericht hat klar festgehalten, dass Bauen mit Lärm und Staub verbunden ist und dass solche Immissionen von den Nachbarn geduldet werden müssen – ansonsten würde das Bauen an den meisten Orten verunmöglicht. Entsprechend steht den Nachbarn für Lärm- und Staubimmissionen auch keine Entschädigung zu – ausser der übliche Rahmen würde weit überschritten. Dies kann beispielsweise bei Sprengungen oder Pfählungen der Fall sein.
So vermeiden Sie Ärger
TIPP
Mehr Informationen zu den verschiedenen Einsprachemöglichkeiten der Nachbarn und zum Nachbarrecht generell finden Sie im Beobachter-Ratgeber «Nachbarrecht – Handbuch für Eigentümer und Mieter» (www.beobachter.ch/buchshop).
Lanfristig und zielgerichtet planen
Fachleute empfehlen deshalb ein schrittweises Vorgehen: Ganz am Anfang steht eine detaillierte Analyse des Hauses, dann folgt eine Zusammenstellung der aktuellen und künftigen Bedürfnisse (siehe Gebäudeanalyse - Link). Auf diesen baut schliesslich die Planung der Renovations- und Umbauarbeiten auf. Wenn Sie in baulichen Belangen geübt sind, können Sie die Analyse, Bedürfniszusammenstellung und Planung selber übernehmen. Falls nicht, lohnt sich der Beizug von Fachleuten. Diese untersuchen Ihr Eigenheim, erarbeiten mit Ihnen zusammen einen Bedürfniskatalog, übernehmen die langfristige Planung, setzen Prioritäten, schlagen eine mögliche Etappierung vor, schätzen die Kosten und koordinieren und überwachen schliesslich die Ausführung der Arbeiten.
HINWEIS
1. Etappierung: Nicht immer müssen alle Arbeiten auf einen Schlag erledigt werden. Gerade wenn das Budget knapp ist oder wenn Sie nicht während zu langer Zeit auf einer Baustelle wohnen möchten, lohnt es sich, die Arbeiten zu etappieren. Voraussetzung für eine sinnvolle Etappierung ist aber eine vollständige und durchdachte Planung aller Arbeiten. So ist sichergestellt, dass die Arbeiten in der richtigen Reihenfolge durchgeführt werden und die Schnittstellen funktionieren. Es lohnt sich deshalb, bei einer langfristigen Renovations- und Umbauplanung gleich auch mögliche Etappen vorzusehen (siehe Planungsbeispiel).
2. Terminplanung Normalerweise ist der Budgetrahmen für eine Sanierung, einen Umbau oder einen Anbau eng gefasst. Das A und O für die Einhaltung der Kosten sind ein reibungsloser Ablauf und eine kurze Bauzeit. Wenn Sie die Koordination selber übernehmen, sollten Sie mit jedem Handwerker genau abklären, wann er mit seinen Arbeiten startet, welche Vorarbeiten anderer Handwerker erledigt sein müssen und wie lange die Arbeit dauern wird. Mit diesen Angaben können Sie einen einfachen grafischen Terminplan zusammenstellen und an alle beteiligten Firmen verteilen. Arbeiten Sie mit Profiplanern zusammen, werden diese die Terminplanung für Sie übernehmen.
TIPP
Wenn Sie die Terminplanung selber übernehmen, sollten Sie nicht vergessen, genügend Zeitreserven einzuplanen. Zum einen bergen Altbauen immer mal wieder Überraschungen, die zusätzliche Arbeiten nötig machen; zum anderen halten sich Handwerker nicht immer an die gesetzten Termine. Fehlen dann Zeitreserven, kommt die ganze Planung durcheinander.
Beispiel: Terminplan für einen Küchenbau
Veränderungen voraussehen
Einige typische Beispiele:
Weitere nützliche Hinweise z.B. zum alters- und behindertengerechten Umbauen finden Sie im Buch „Umbauen, Renovieren, Erweitern
Ökologisch umbauen
Die Erneuerung eines bestehenden Objekts bietet oft die Chance, die ökologische Bilanz zu verbessern: Wenn Sie Wert auf Nachhaltigkeit legen, sollten Sie deshalb Ihr Haus nicht nur optisch auffrischen, sondern auch Geld in die energetische Sanierung stecken. Der Energieverbrauch eines Hauses umfasst die Bereiche Heizung, Warmwasser, elektrische Geräte und Beleuchtung. Alle vier können Sie im Rahmen einer Renovation optimieren und damit den Gesamtenergieverbrauch bis zur Hälfte senken – meist ohne grossen finanziellen Mehraufwand und ohne Komforteinbussen. Trotzdem fällt die energetische Optimierung bei Renovationen und Umbauten oft unter den Tisch. Einerseits, weil das Thema schlicht vergessen geht, andererseits, weil vielerorts noch die falsche Meinung vorherrscht, dass sich Investitionen in Energiesparmassnahmen nicht rechnen würden.
Gleichzeitig benötigt jeder Um- oder Anbau auch Ressourcen. Deshalb sollten Sie darauf achten, nur so viel zusätzliche Wohnfläche zu schaffen, wie sie wirklich benötigen. Zudem empfiehlt es sich, Baumaterialien zu verwenden, die ökologisch möglichst verträglich sind, und Bauteile nur dort ersetzen, wo es tatsächlich nötig ist.
TIPP
Einige Banken bieten günstigere Ökohypotheken an. Weitere Informationen zur Ökologie finden Sie im Beobachter-Ratgeber «Natürlich wohnen und bauen» (www.beobachter.ch/buchshop).
HINWEIS